SPEZIELLE THERAPIEFORMEN

Ich biete Ihnen Therapien zu folgenden Störungsbildern an:

Neurofunktionstherapie = NFT

Was ist das besondere an der NFT ?

Die NFT ist eine Methode, mit der ursachenorientiert, ganzheitlich, individuell und ohne Rezidive gearbeitete werden kann und das gelingt deshalb so gut, weil ohne verbale Aufforderungen und Hinweise gearbeitet wird. Durch die sprachlose Art durch die Übungen zu führen, kann ich mit allen Patienten unabhängig von ihrer sprachlichen Herkunft, optimal und effektiv arbeiten. Ohne Worte, nur mit Handlungen komme ich schneller an mein therapeutisch angestrebtes Ziel. Gesprochene Handlungsanweisungen wirken sich eher störend auf anzubahnende Bewegungsabläufe aus. Einen Automatisierung und Generalisierung der gewünschten Bewegungsabläufe wird durch eine Erfahrung auf der taktil-kinästhetischen Wahrnehmungsschiene sicherer im ZNS abgespeichert, als es über die verbale Schiene gelingen könnte. Mit der NFT baue bzw. programmiere ich das Gehirn um: Ich schaffe neue neuronale Verbindungen und Schwäche alte unerwünschte Verknüpfungen ab.

Die Übungen der NFT

  • sind einfach, weil die Übungen einem strukturierten und vorgegeben Konzept folgen und es eine Art „Kochbuchprinzip“ gibt,
  • sie sind schwierig, weil sie immer individuell aus einem großen Übungspool ausgewählt und an die Notwendigkeiten des Patienten angepasst werden müssen,
  • sind effektiv, weil mit relativ wenig Aufwand eine große Wirkung erzielt werden kann,
  • sind lustvoll, weil nur gemacht wird, was der Patient „kann“ und alles ist richtig! (nur der Therapeut macht Fehler.)

NFT eignet sich grundsätzlich bei:

Allen Artikualtisonstörungen (Lautfehlbildungen, alle Sigmatismen…), PEG-Entwöhnung, Dysphagien, Recurrensparesen, Hypersalivation, CMD, persistierende orale Reflexe (Würgreflex), Zungenlutschen, Nägelkauen, Haare kauen, Bleistiftkauen, zur Anbahnung der Nasenatmung, Funktionsaufbau bei Locked-in-Patienten, Behandlung von LKG-‚Spaltkindern, Gaumensegelstörungen, Rinophonien, Facialisparesen, Zungenteilresektionen, bei infantilem Schluckmuster, zur Unterstützung von kieferothopädischen Behandlungen, zur ‚Vermeidung von rezidiven nach einer kieferothopädischen Behandlung, bei Nahrungsaufnahmestörung oraler Genese

Hat Wirkung auf:

  • Saugen, Beißen, Kaufen, Schlucken
  • Atmung
  • Artikualtion
  • Zahnstellung
  • Physiognomie
  • orofazialen Tonus
  • Nasen-Nebenhöhlen
  • Sensiblität
  • Motorik

Fallbeispiel:

Marvin, ein kleiner Junge, kam als Frühgeburt auf die Welt und wurde wegen einer „Trinkschwäche“ über die Dauer von 4 (!) Jahren über eine PEG versorgt, ohne jedwede zusätzliche orale Nahrungsgabe. Ausgangsbefund war eine Hypotonie und Hypersensibiltiät im gesamten orofazialen Bereich, sehr stark eingeschränkte Zungenmotorik, fehlendem Mundschluss, Näseln, Hypersalivation und massive vestibuläre Einschränkungen und Spastik in Händen und Beinen.

Ich lernte Marvin also in seinem vierten Lebensjahr kennen, als die Mutter meinte, jetzt sei Zeit für „richtiges Essen“. Der Therapieverlauf war ein langer und aufwändiger Weg. Letztendlich führte er aber zum gewünschten Erfolg. Über intensive orale Stimulation und vielen Bahnungsübungen der NFT kam Marvin nach 18 Monaten Therapie zum ganz normalen Essen und auch zum Sprechen!

Die Eltern hatten bis dahin immer wieder versucht, Marvin zum Essen zu überreden und haben ihm manchmal sogar Essen in den Mund geschoben, was überhaupt nicht zum Erfolg führte, sondern seine Abwehr gegenüber jedweder Speise noch vergrößerte.

Manuelle Stimmtherapie

Die manuelle Stimmtherapie (MST) ist ein von Gaby Münch entwickeltes Konzept zur Diagnostik und Behandlung von Tonusstörungen im logopädisch relevanten Bereich. Neben dem Mobilisieren von Gelenken können Dehntechniken und Muskelbehandlungen der entsprechenden Organe bei Stimm-Sprach-, Sprech, -Schluck,- und Redeflussstörungen zur Diagnostik und Therapie herangezogen werden. Ziel ist es ihre Beweglichkeit und damit die Leistungsfähigkeit zu verbessern und wenn möglich wieder herzustellen.

Spannungsdysbalancen, Immobilitäten und Druckschmerzempfinden, z.B. auch nach KK-op, Schilddrüsen-op, Zungenteilresektionen, werden untersucht und behandelt. Nach der manualtherapeutischen Behandlung ist bereits nach zwanzig Minuten stroboskopisch eine Verbesserung der Schwingung der Stimmbandschleimhäute nachgewiesen.

Thorax-und Atemmuskulaturmobilisierung führen zu einer Verbesserung der Atmung, der besseren Durchblutung des Zwerchfells und damit gerade für schwerstbetroffenen Patienten ein wichtiger Bestandteil zur Pneumonieprophylaxe und dient zum verbesserten Abhusten.

Myofunktionelle Störungen, Fehlstellungen im orofazialen Bereich und orofaziale Probleme (CMD-Craniomandibuläre Dysfunktion, Kopfgelenk-induzierte Symmetriestörung=KISS, Buxismus (Beißen), Tonsillektomien, Fazialisparesen oder Hypokinesen, Neuralgien können durch die manuelle Stimmtherapie verbessert werden.

Ziel der MST ist es durch sanfte und effektive Muskel-und Mobilisierungstechniken den Einflussbereich von Atmung, Artikulation, Schlucken und Stimme deutlich zu verbessern, dies ist ein Baustein eines Gesamttherapiekonzeptes in der logopädischen Therapie. Kontraindikationen werden vorher mit dem Arzt abgestimmt.

Lee-Silverman-Voice-Traiment (LSVT)

Ein speziell für die Behandlung der Sprech- und Stimmstörungen von Patienten mit Parkinson-Erkrankung entwickeltes, wissenschaftlich erprobtes Therapieprogramm ist das LSVT© – Lee Silverman Voice Treatment. Durch zahlreiche Evaluationsstudien konnten ein sehr guter Transfer des LSVT auf den Alltag und die Nachhaltigkeit der Wirkung belegt werden. Eigene Erfahrungen im klinischen Alltag bestätigen die hohe Effektivität dieses Stimmtrainings.

Die Methode, die von den amerikanischen Sprachtherapeutinnen L.O. Ramig und C. Mead im Jahre 1987 entwickelt und nach einer der ersten damit behandelten Patientinnen benannt wurde, unterscheidet sich von anderen Ansätzen dadurch, dass eine Verbesserung der Verständlichkeit der Sprache ausschließlich über das Erhöhen der Sprechlautstärke angestrebt wird. Nach dem Motto „All you need is loud“ werden in einem vierwöchigen Intensivprogramm regelmäßig Übungen zur Verbesserung der Stimmfunktion und Sprechlautstärke durchgeführt.

LSVT – Warum steht die Lautstärke und damit die Stimmfunktion im Mittelpunkt der Therapie?

Es gibt Hinweise in verschiedenen Untersuchungen, dass der Stimme eine Schlüsselrolle im Sprechsystem zukommt. So hat sich gezeigt, dass intensives Stimmtraining häufig auch deutliche Verbesserungen anderer Funktionsbereiche des Sprechens wie der Atmung, der Aussprache und der Satzmelodie bewirkt (sogenannte „cross-over“-Effekte).

Durchführung und Vorteile des LSVT

Das Programm besteht zum einen aus drei Grundübungen zur Stimmkräftigung und Erweiterung des Stimmumfangs, die über den gesamten Zeitraum täglich wiederholt werden und einem hierarchisch aufgebauten Sprechtraining, das der Übertragung der erarbeiteten Lautstärke auf die Sprechstimme dient.

Durch die Basisübungen werden die pathologisch veränderten muskulären Verhältnisse bei Patienten mit Parkinson-Erkrankung günstig beeinflusst. Beispielsweise soll durch die vermehrte Anstrengung, die für eine höhere Lautstärke erforderlich ist, die Hypokinese (= Verminderung des Bewegungsumfangs) überwunden und damit ein verbesserter Stimmbandschluss und eine stabilere Stimmgebung erzielt werden.

Neben der einfachen, klaren Struktur des Trainings und seinem systematischen Aufbau ist ein entscheidender Vorteil die sofortige Übertragung der lauteren Stimme in den Alltag. Bereits am ersten Tag der Durchführung soll der Patient die erarbeitete Lautstärke anhand einiger kurzer Äußerungen anwenden. Dies steigert sich im Verlauf der Therapie bis zur freien Konversation.

Die regelmäßige Erhebung und Protokollierung von Übungsdaten (Lautstärke, Tonhaltedauer und Stimmumfang) ermöglicht ein klares Feedback für den Patienten und eine kontinuierliche Erfolgskontrolle.

Reizstrom

Wir arbeiten mit dem Novafon Schallwellengerät. Eine Schallwellenbehandlung wirkt bis zu 6 cm tief und ermöglicht dadurch eine intensive und nachhaltige Massage im inneren Zellbereich des Gewebes.

Einsatzmöglichkeiten sind bei allen funktionellen Dysphonien, Recurrensparese, Fazialisparese, Dysphagien, Behandlung von Tumoroperationen im Kopf-Hals-Bereich und in der Atem-und Stimmtherapie.